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Zertifikte - die neue Freiheit des Investierens


Wer seine Geld- und Kapitalanlagen mit geringem Aufwand breit streuen will, investiert normalerweise in Investmentfonds. Diese werben damit, dass ein erfahrenes Management aus der Masse der Einzeltitel stets die aussichtsreichsten Werte herausfiltert und so dem Anleger echten Mehrwert bringt. In der Praxis funktioniert das selten: Nur sehr gute Fondsmanager erreichen eine bessere Wertentwicklung ihres Fonds gegenüber dem Vergleichsindex, Ihrer Benchmark. Hierfür werden Ausgabeaufschläge von bis 5 Prozent und mehr sowie jährliche Management-Gebühren in Rechnung gestellt.

Deshalb wurde es Zeit für eine neue Generation von Finanzprodukten: Zertifikate! Mittlerweile gibt es über 13.000 verschiedene Zertifikate. Die wichtigsten Typen werden nachfolgend kurz erläutert:

 

Index-Zertifikate:

Wenn es also so schwierig ist, die Benchmark zu schlagen - warum dann nicht gleich direkt in den Index investieren? Möglich ist das mit Index-Zertifikaten der verschiedenen Banken, deren Wert stets exakt der Index-Entwicklung folgt. Entscheidend ist dabei das Bezugsverhältnis. Ein Beispiel dazu: Steht der DAX bei 3.000 Punkten, kostet das entsprechende Index-Zertifikat mit einem Bezugsverhältnis von 1:100 genau 30,00 Euro. Legt der Index nun auf 3.500 Zähler zu, steigt auch das Zertifikat auf 35,00 Euro. Dieses so genannte "symmetrische Chance/Risiko-Profil" wirkt freilich auch in die andere Richtung: Fällt der DAX auf 2.500 Punkte, gibt das Zertifikat analog auf 25,00 Euro nach. Mit Index-Zertifikaten haben Sie somit die Gewissheit, immer genau die Wertentwicklung des Gesamtmarkts zu erreichen.

Diskont-Zertifikate:

Mit Fonds oder Index-Zertifikaten lässt sich nur Geld verdienen, wenn die unterliegenden Märkte steigen. Mit Diskont-Zertifikaten. läßt sich auch noch eine positive Rendite bei gleichbleibenden und sogoar bei fallenden Märkten erreichen. Diskont-Zertifikate unterscheiden sich von klassischen Index-Zertifikaten dadurch, dass sie einerseits eine begrenzte Laufzeit (in der Regel 3 bis 18 Monate) haben und andererseits die Rückzahlung von vorneherein auf einen Höchstbetrag (CAP) begrenzt ist. Mit Diskont-Zertifikaten können Sie Ihr also Anlagerisiko verringern. Je höher der Diskont = Rabatt ist, desto geringer ist Ihr Anlagerisiko.

 

Rolling-Diskont-Zertifikate:

Bei Rolling-Diskont-Zertifikate kaufen Sie ebenfalls Diskont-Zertifikate, aber ohne eine feste Laufzeit. Das Besondere ist, dass Sie in Zertifikate investieren, die eine Restlaufzeit von nur ca. einem Monat haben. Sie müssen sich aber nicht selber darum kümmern, weil die Arbeit von der Bank übernommen wird. Weil die Anlage Ihres Kapitals jeden Monat erneut mit einem Rabatt vorgenommen wird, kann das Risiko bei Rolling-Diskont-Zertifikaten nochmals geringer ausfallen als bei Diskont-Zertifikaten.

Bonus-Zertifikate:

Bei den Bonus-Zertifikaten ist die Ausgangsbasis wie bei den Index-Zertifikaten. Die Besonderheiten bei Bonus-Zertifikaten sind zum einen der große Risikopuffer (z.B. 40 %), zum anderen, dass Sie an einer positiven Wertentwicklung zu 100 % teilhaben. Dazu gibt es noch einen festen Rückzahlungskurs und damit Rendite, solange der Risikopuffer nicht unterschritten wird. Bonus-Zertifikate haben eine Laufzeit von 5 bis 10 Jahren. Ein vorzeitiger Verkauf ist aber möglich.

Strategie-Zertifikate:

Unter Strategie-Zertifikaten versteht man Papiere, die mit einer vorher festgelegten Strategie versuchen, einen zusätzlichen Gewinn zu erwirtschaften. Diese Papiere sind mit gleicher Vorsicht zu genießen wie Investmentfonds.

Garantie-Zertifikate:

Auf Grund der Ereignisse in den letzten Jahren ist mancher Anleger nicht mehr bereit, weiteres Kapital zu riskieren. Wenn noch eine Anlage erfolgt, dann ausschließlich in Garantieprodukte. Eine Möglichkeit dazu sind Garantie-Zertifikate. Diese Papiere bestehen aus zwei Komponenten: A) Die Garantiekomponente sichert Ihre Einlage zu einem bestimmten Termin ab (bestimmte Laufzeit). B) Die Renditekomponente versucht mit den vorgesehenen Möglichkeiten eine gute Rendite zu erwirtschaften. Im Ergebnis bekommt der Anleger eine Garantie mit der Chance auf eine höheren Rendite als bei klassischen Bankprodukten.

Turbo-Zertifikate:

Turbo-Zertifikate erfreuen sich sehr großer Beliebtheit. Sie sollten aber wissen, dass diese Papiere extrem risikobehaftet sind. Am ehesten lassen sich Turbo-Zertifikate mit Optionscheinen vergleichen. Wobei es einen wichtigen Unterschied gibt: Ist die sogenannte Knock-Out-Schwelle erreicht, wird das Wertpapier wertlos = Totalverlust. Diese Form ist nur für Spekulanten interessant.

Es gibt noch weitere Zertifikatstypen, die je nach Situation, Anlegermentalität bzw. Anlageziel zum Einsatz kommen können. Wir beraten Sie individuell, erstellen eine Strategie für Ihre Geld- und Kapitalanlagen und suchen die für Sie am besten geeignete Zertifikate heraus.

 

Georg Pütz
Freier Finanz-Sachverständiger
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